Die bauliche Situation der Mühle außen und innen

Sie werden bei der Betrachtung der Bilder sicherlich bereits festgestellt haben, dass wir es bei der Egelsbergmühle mit einem Kleinod an exponierter Stelle auf dem Egelsberg zu tun haben, dieses Kleinod aber auch in die Jahre gekommen ist und vor diesem Hintergrund dringend wieder eine Grundüberholung benötigt.

 

Um die zum Teil bereits augenscheinlich erkennbaren Probleme der Mühle vor Einleitung sinnvoller Sanierungsmaßnahmen zunächst einmal zu erfassen, fachmännisch begutachten zu lassen und aus den Erkenntnissen einen Maßnahmenkatalog mit Festlegung der Reihenfolge der Sanierungsschritte ableiten lassen zu können, hat der Bürgerverein Traar e. V. den Architekten Johannes Wiesehahn beauftragt, unter Beiziehung eines Statikers, eines Ingenieurbüros für Bauphysik, eines Mühlenbauers, eines Zimmermanns sowie weiterer Fachfirmen und unter Einbindung der Denkmalpflege des Landschaftsverbandes Rheinland und der Stadt Krefeld ein Konzept für eine Maßnahmenplanung nebst Aufwandsschätzung zu erstellen. Diese Arbeiten sind inzwischen abgeschlossen worden und die gewonnenen Erkenntnisse wurden in einem weiteren Schritt der Stadt Krefeld als Eigentümerin der Mühle präsentiert und mit ihr in mehreren Gesprächen diskutiert. 

 

 

Das Grundproblem der Mühle ist nach den nun vorliegenden Erkenntnissen sicherlich die durch das bauphysikalische Gutachten festgestellte Feuchtigkeit im massiven Mauerwerk, die u. a. durch die nicht vorhandene Horizontalsperre im Grundmauerwerk sowie durch die unzureichende Außenmauerabdichtung entstanden ist. Die Feuchtigkeit steigt zum einen durch Kapillarwirkung von der Grundmauer in die oberirdischen Mauerschichten auf, zum anderen begünstigen auch Risse im Außenmauerwerk sowie ein inzwischen wasserdurchlässiger Farbauftrag den Eintritt von Feuchtigkeit in die Mühle. Hierdurch wurde u. a. das interne Balkenwerk der Mühle im Bereich der Mauerwerksauflagen erheblich in Mitleidenschaft gezogen, so dass ein Teilaustausch unerlässlich ist.

 

Ohne eine umfangreiche Sanierung der Außenhülle und ohne eine vollständige Überarbeitung des Grundmauerwerks nebst Herstellung einer leistungsfähigen Drainage ist die Feuchtigkeitsproblematik der Mühle nicht zu lösen.

 

Das Dach muss ebenfalls aufgearbeitet werden, bevor die Lärchenschindeln ihre schützende Wirkung punktuell weiter verlieren. Bisher wurden zwar nur wenige Feutigkeitseintritte festgestellt; es ist aber ohne Instandsetzungsarbeiten sehr bald mit einer steigenden Anzahl zu rechnen. Damit würden aber Folgeschäden eintreten, die für unser Denkmal in jedem Fall zu vermeiden sind.

 

Auch die Flügel, die von der Substanz möglicherweise noch in Ordnung sind, müssen dringend aufgearbeitet werden, um bereits eingetretene Korrosionsschäden an den Grundträgern und bereits gut sichtbare, deutliche Schäden am hölzernen Flügelwerk zu beseitigen und einem weiteren Verfall vorzubeugen. Genaue Aussagen hierzu sind aber im Rahmen der anstehenden Sanierungsmaßnahmen nach Aussage des bei den durchgeführten Untersuchungen eingebundenen holländischen Mühlenbauers und -Restaurators nur durch eine kurzzeitige Demontage der Flügel von der Zentralwelle zu treffen.

 

Neben den rein bauphysikalischen, zum Teil schon mit bloßem Auge zu erkennenden  Sanierungsnotwendigkeiten wurden aber auch weitere Sanierungs- bzw. Restaurierungsschritte identifiziert. So muss beispielsweise die elektrische Anlage nebst Fußbodenheizung und Beleuchtung im Inneren der Mühle ertüchtigt bzw. an den heutigen Stand der Technik angepasst und damit vollständig erneuert werden. Die Heizungssituation der Mühle muss vor dem Hintergrund der durch die Untersuchungen gewonnenen Erkenntnisse ebenfalls erneuert werden, um zum einen das Raumklima zu verbessern und zum anderen eine kontinuierliche Austrocknung des Mauerwerks gewährleisten zu können. Hierzu wurde bereits kurzfristig als erster Schritt im Rahmen der notwendigen Sanierungsschritte ein Bautrockner angeschafft, um mit dem dringend notwendigen Entfeuchtungsprozess zu beginnen. Freundlicherweise hat die Bezirksvertretung Krefeld Ost auf Antrag des Bürgervereins Traar aus bezirksbezogenen Mitteln einen Betrag von 500 Euro bewilligt, um sich an der Anschaffung des Bautrockners zu beteiligen.

 

Auch die kleine Theke, die bei Events gerne genutzt wird, ist nicht nur in die Jahre gekommen und verlangt prinzipiell nach einer Überholung, sondern muss aufgrund einer nach aktuellem Stand nicht vermeidbaren, vollständigen Fußbodenerneuerung zunächst entfernt und nach Abschluss der Arbeiten gänzlich neu erstellt werden. Schließlich ist auch am Mobiliar der Zahn der Zeit nicht vorübergegangen, so dass hier ein zur Mühle passender Austausch notwendig ist. Auch medial werden für die künftige Nutzung der Mühle einige unauffällige Ergänzungen vorgenommen. So ist die Mühle bereits jetzt sowohl telefonisch erreichbar, als auch ans Internet angeschlossen. Eine kleine Beschallungsmöglichkeit, die unauffällig ins Ambiete der Mühle integriert werden soll, ist ebenfalls vorgesehen. Verschiedene Sanitär- und Schreinerarbeiten runden das umfangreiche und kostenintensive Arbeitsportfolio ab.

 

Die Bewertung der aufgezeigten Maßnahmen innerhalb des Sanierungskonzeptes brachte die unangenehme Erkenntnis, dass für eine vollständige Sanierung der Mühle in der Spitze bis zu 500000 Euro aufzuwenden sind. Der Maßnahmenkatalog wurde deshalb in zwei Bauabschnitte aufgeteilt, von denen der erste die zwingend notwendigen Sanierungsarbeiten beinhaltet, die einem weiteren baulichen Verfall der Mühle Einhalt gebieten sollen und in einem zweiten Bauabschnitt solche Arbeiten, die Aufschub dulden oder für eine bessere Nutzbarkeit geeignet und damit verschiebbar sind.

Leider liegen die Sanierungskosten bereits für den ersten Bauabschnitt immer noch bei ca. 300000 Euro.

 

Die seitens der Stadt Krefeld im Haushalt 2016 etatisierten 20000 Euro als Anschubfinanzierung für die notwendigen Sanierungsarbeiten an der Mühle, die kurzfristig ausgezahlt wurden, werden dabei nur einen verschwindend kleinen Anteil der Gesamtsanierungskosten decken. Vor diesem Hintergrund wurde Herr Oberbürgermeister Meyer bereits gebeten, sich für einen kontinuierlichen Mittelansatz in den nächsten Haushaltsjahren einzusetzen. Diese Bitte wurde im Rahmen der Haushaltsberatungen an den Rat der Stadt Krefeld weiter geleitet.

 

Leider hatte die Stadt Krefeld in den folgenden Gesprächen zunächst sehr deutlich gemacht, dass sie keine weiteren Mittel für die Sanierung der Mühle vorgesehen hat und die Sanierung selbst auch personell nicht begleiten kann.

 

Inzwischen konnten aber im Zusammenhang mit einem Führungswechsel im Gebäudemanagement der Stadt Krefeld die bilateralen Gespräche zwischen Stadt und Bürgerverein positiv fortgesetzt werden. So wurde, nachdem wir mehrfach auf den maroden Zustand der mühleninternen Elektroanlage hingewiesen hatten, Ende 2017 seitens der Stadt Krefeld ein E-Check durchgeführt, der im nächsten Step im März 2018 zu einer kompletten Überarbeitung der elektrischen Anlage führte. Auch hinsichtlich der Beurteilung der an der Mühle eingetretenen Schäden konnten wir mit Freude feststellen, dass im Februar 2018 eine durch die Stadt Krefeld beauftragte Begutachtung der Mühle durch eine Fachfirma stattfand. Hier wurde für die notwendige Sanierung der Mühle ein wichtiger weiterer Grundstock gelegt.

Sehr begrüßt haben wir auch, dass die Stadt Krefeld Mitte Februar einen Förderantrag gestellt hat, um die Sanierung der Außenhaut inkl. Dach in Angriff nehmen zu können. Wir hatten als Voraussetzung hierfür über den politischen Raum bereits dafür sorgen können, dass die Eigenanteilsfinanzierung im Rahmen einer Förderung über einen entsprechenden Haushaltsansatz in 2018 gesichert ist.

 

Der Bürgerverein wird alles ihm Mögliche unternehmen, um die Sanierung gemeinsam mit der Stadt Krefeld zeitnah starten zu können. Dabei sind wir natürlich auf Finanzmittel oder Leistungen angewiesen, die uns von Freunden der Mühle zur Verfügung gestellt werden.