Die bauliche Situation der Mühle außen und innen vor Beginn der Sanierungsarbeiten

Sie werden bei der Betrachtung der Bilder sicherlich bereits festgestellt haben, dass wir es bei der Egelsbergmühle mit einem Kleinod an exponierter Stelle auf dem Egelsberg zu tun haben, dieses Kleinod aber auch in die Jahre gekommen ist und vor diesem Hintergrund dringend wieder eine Grundüberholung benötigt.

 

Um die bei Eintritt in den Mietvertrag 2016 zum Teil bereits augenscheinlich erkennbaren Probleme der Mühle vor Einleitung sinnvoller Sanierungsmaßnahmen zunächst einmal zu erfassen, fachmännisch begutachten zu lassen und aus den Erkenntnissen einen Maßnahmenkatalog mit Festlegung der Reihenfolge der Sanierungsschritte ableiten lassen zu können, hat der Bürgerverein Traar e. V. den Architekten Johannes Wiesehahn beauftragt, unter Beiziehung eines Statikers, eines Ingenieurbüros für Bauphysik, eines Mühlenbauers, eines Zimmermanns sowie weiterer Fachfirmen und unter Einbindung der Denkmalpflege des Landschaftsverbandes Rheinland und der Stadt Krefeld ein Konzept für eine Maßnahmenplanung nebst Aufwandsschätzung zu erstellen. Die gewonnenen Erkenntnisse wurden der Stadt Krefeld zur Verfügung gestellt und die entstandenen, nicht unerheblichen Aufwendungen im Rahmen weiterer Verhandlungen und der sich daraus ergebenden Bereitschaft der Stadt Krefeld, die Außensanierung selbst in Angriff zu nehmen, im Zuge der Bereitstellung spezieller Haushaltsmittel erstattet.  

 

Das Grundproblem der Mühle war nach den vorliegenden Erkenntnissen sicherlich die durch das bauphysikalische Gutachten festgestellte Feuchtigkeit im massiven Mauerwerk, die u. a. durch die nicht vorhandene Horizontalsperre im Grundmauerwerk sowie durch die unzureichende Außenmauerabdichtung entstanden war. Die Feuchtigkeit stieg zum einen durch Kapillarwirkung von der Grundmauer in die oberirdischen Mauerschichten auf, zum anderen begünstigten auch Risse im Außenmauerwerk sowie ein inzwischen wasserdurchlässiger Farbauftrag den Eintritt von Feuchtigkeit in die Mühle. Hierdurch wurde u. a. das interne Balkenwerk der Mühle im Bereich der Mauerwerksauflagen erheblich in Mitleidenschaft gezogen, so dass ein Teilaustausch unerlässlich erschien.

 

Ohne eine umfangreiche Sanierung der Außenhülle und ohne eine vollständige Überarbeitung des Grundmauerwerks nebst Herstellung einer leistungsfähigen Drainage war die Feuchtigkeitsproblematik der Mühle nicht zu lösen.

 

Das Dach musste ebenfalls aufgearbeitet werden, da die zu diesem Zeitpunkt noch vorhandenen Lärchenschindeln bereits deutlich verwittert waren und Wassereintritte im Dach stattgefunden hatten.

 

Auch die Flügel, die von der Substanz optisch noch akzeptabel erschienen, mussten nach eingehender Überprüfung im Rahmen einer Demontage sowohl vom Tragwerk ertüchtigt, als auch hinsichtlich der Lattung des Flügelwerks vollständig erneuert werden.

 

Im Laufe der Jahre war auch für eine starke Verwitterung der Fenster und der Eingangstüre eingetreten, die Sanierungsmaßnahmen notwendig machten.

 

Die beschriebenen Probleme wurden bis heute (Oktober 2020) weitgehend gelöst. So wurde die Sanierung des Außenmauerwerkes durch Abtragung des maroden Anstriches, durch eine umfangreiche Neuverfugung und Beimauerung schadhafter Stellen, durch den Auftrag eines diffusionsoffenen Farbauftrages und durch Herstellung einer Drainage abgeschlossen.

 

Die Flügel wurden in 2019 vollständig saniert und die Dachhaube in 2020 nebst Überarbeitung der Unterlattung und Einbringung einer Feuchtigkeitssperre mit Red-Cedar-Schindeln neu eingedeckt. Dabei wurde auch eine bisher nicht vorhandene, verdeckte Regenwasserableitung berücksichtigt, um das Ablaufen von Regenwasser vom Dach auf den konischen Mühlenbau zu vermeiden und damit ein Hauptproblem der Mauerfeuchtigkeit dauerhaft zu lösen. Die Fenster und die Türanlage wurden 2019 im Zuge der Mauerwerkssanierung saniert.

 

Neben den rein bauphysikalischen, zum Zeitpunkt des Beginns des Mietvertrages zum Teil schon mit bloßem Auge zu erkennenden Sanierungsnotwendigkeiten wurden aber auch weitere Sanierungs- bzw. Restaurierungsschritte identifiziert. So war beispielsweise die elektrische Anlage nebst Fußbodenheizung und Beleuchtung im Inneren der Mühle durch die Mauerwerksfeuchtigkeit bereits erheblich geschädigt und musste ertüchtigt bzw. an den heutigen Stand der Technik angepasst und damit vollständig erneuert werden.

Die Arbeiten wurden mit Ausnahme der Ertüchtigung oder Auswechselung der elektrischen Fußbodenheizung  aus Sicherheitsgründen bereits 2017 in Auftrag gegeben und Anfang 2018 erledigt. 

 

Die Heizungssituation der Mühle muss aber vor dem Hintergrund der durch die Untersuchungen gewonnenen Erkenntnisse ebenfalls ertüchtigt werden, um zum einen das Raumklima zu verbessern und zum anderen eine kontinuierliche Austrocknung des Mauerwerks gewährleisten zu können. Hierzu wurde als erster Schritt  ein Bautrockner angeschafft, um mit dem dringend notwendigen Entfeuchtungsprozess zu beginnen. Freundlicherweise hat die Bezirksvertretung Krefeld Ost auf Antrag des Bürgervereins Traar aus bezirksbezogenen Mitteln in 2018 einen Betrag von 500 Euro bewilligt, um sich an der Anschaffung des Bautrockners zu beteiligen.

 

Auch die kleine Theke, die bei Events gerne genutzt wird, ist nicht nur in die Jahre gekommen und verlangt prinzipiell nach einer Überholung, sondern muss aufgrund der noch offenen Sanierung der Heizungsanlage vermutlich vollständig weichen, um die Erneuerung der Fußbodenheizung zu ermöglichen, sofern sich diese Beheizungsform als sinnvoll erweist.

Ein Aufnehmen des Fußbodens könnte aber noch aus einem weiteren Grund notwendig werden.

Die vorhandene, kleine Toilette ist ebenfalls vom Zahn der Zeit stark in Mitleidenschaft gezogen worden und hat auch innerhalb der laufenden Sanierung gelitten. Hier könnte zum Beispiel durch eine neue Kanal- und Wasseranbindung ein Aufreißen des Fußbodens unvermeidlich sein.

 

Schließlich ist auch am Mobiliar der Zahn der Zeit nicht vorübergegangen, so dass hier ein zur Mühle passender Austausch notwendig ist. Auch medial werden für die künftige Nutzung der Mühle einige unauffällige Ergänzungen vorgenommen. So ist die Mühle bereits jetzt sowohl telefonisch erreichbar, als auch ans Internet angeschlossen. Eine kleine Beschallungsmöglichkeit, die unauffällig ins Ambiete der Mühle integriert werden soll, ist ebenfalls vorgesehen. Verschiedene Schreinerarbeiten runden das umfangreiche und kostenintensive Arbeitsportfolio ab.

 

Die Bewertung der aufgezeigten Maßnahmen innerhalb des Sanierungskonzeptes in 2016/2017 brachte die unangenehme Erkenntnis, dass für eine vollständige Sanierung der Mühle sicherlich rund 300000 Euro aufzuwenden sind, sofern auf gestalterische Attribute, die nicht zwingend notwendig sind, verzichtet wird. 

 

Mit dem heutigen Erkenntnisstand (November 2020) kann sicherlich festgestellt werden, dass die seinerzeitigen Schätzungen durchaus realitisch waren, da bereits bisher nahezu 200000 Euro verausgabt wurden. Fairer Weise muss auch erwähnt werden, dass die Stadt Krefeld entgegen ursprünglicher Intention zum Zeitpunkt des Mietvertragsabschlusses seit Ende 2017 bis zum heutigen Zeitpunkt durch Einsatz eigener Mittel und durch die Einholung von Fördermitteln der Denkmalpflege des Landes Nordrhein-Westfalen die Voraussetzungen für die in unseren Augen erfreulich weit fortgeschrittene Sanierung geschaffen hat. Hier geht ein besonderes Dankeschön an alle Beteiligten des Fachbereiches Gebäudemanagement der Stadt Krefeld. Sofern die Sanierung des Königsbalkens im ersten Obergeschoss der Mühle, für den die Stadt Krefeld vor einigen Wochen einen weiteren Förderantrag beim Land gestellt hat, bei entsprechender Zuwendung im Sommer 2021 durchgeführt werden kann, dürfte die bisherige von Stadt und Land getragene Gesamtaufwendungssumme bereits deutlich über 200000 Euro liegen.

 

Es ist auch zu ergänzen, dass der Innenausbau der Mühle mit Ausnahme der Arbeiten an den tragenden Holzelementen vom Bürgerverein Traar vorgesehen ist. Dabei sollen die Arbeiten in Abstimmung mit der Stadt vom Bürgerverein Traar beauftragt und die Aufwendungen über Spenden finanziert werden. 

Hier ist sicherlich auch noch einmal von einem namhaften fünfstelligen Betrag auszugehen, so dass die seinerzeit erstellte Kostenschätzung sicherlich als recht genau bezeichnet werden kann.

 

Der Bürgerverein wird alles ihm Mögliche unternehmen, um die Sanierung gemeinsam mit der Stadt Krefeld zeitnah weiter zu führen und auch beenden zu können. Dabei sind wir natürlich auf Finanzmittel oder Leistungen angewiesen, die uns von Freunden der Mühle zur Verfügung gestellt werden.